Leben im Ausnahmezustand. Maskenpflicht Tag 147.

Inzwischen ist es normal, Menschen mit Mund- und Nasenschutz zu sehen. Es reißt einen nicht mehr, wie anfangs. Das Stadtbild in München hat sich gewandelt. Wo früher Autos parkten, haben die Bars und Lokale Terrassen gebaut. Die sogenannten Scharnigärten. Man trifft sich draußen, die Straßen sind voller Leben. Mich erinnert München seit diesem Sommer an Bologna. Wenn die Gründe dafür nur nicht so ernst wären.

Hier seht ihr Impressionen aus München. Der Text über den "Mandelhans" Markus Kaiser stammt von meiner Freundin und Journalistin Susanne Fiedler. Bleibt gesund.

Eure Helena



Kein Volksfest ohne Mandelhans


Verführerisch riecht es nach frisch gebratenen Mandeln- nichts Ungewöhnliches auf der Theresienwiese zu dieser Jahreszeit möchte man meinen. Und doch ist hier dieses Jahr nichts wie es einmal war.

Seit 22 Jahren gehören dem gelernten Konditor Markus Kaiser aus München mehrere Mandelhäuschen und so lange schon tingelt er von Jahrmarkt zu Jahrmarkt und verkauft auch immer auf dem Oktoberfest in der Wirtsbudenstraße seine traditionellen Waren. Bis auf 2020.

Und doch steht er auf der Theresienwiese. Als einziger Mandelverkäufer auf diesem riesigen Areal, auf dem jetzt normalerweise das größte Volksfest der Welt tobt. Ein seltsamer Anblick – aber Markus Kaiser ist heilfroh, dass er überhaupt die Erlaubnis erhalten hat, auf der Theresienwiese einen seiner acht Mandelhäuschen aufstellen zu dürfen bis zum 4. Oktober, um wenigstens etwas Umsatz machen zu können. Andere seiner Verkaufsstände hat er unter anderem an einer Tankstelle platziert oder vor einer Wirtschaft. Aber es ist kein wirklicher Ersatz- allein letztes Jahr hat er auf 40 Volksfesten gearbeitet- die für dieses Jahr alle abgesagt wurden.

Markus Kaiser versucht gelassen zu bleiben, so gut er kann. Denn immerhin ist Corona gerade dabei, viele seiner Kollegen um die Existenz zu bringen und auch er weiß nicht, wie lange er diese Situation noch durchhält. Von den staatlichen Unterstützungsgeldern erhält in seinen Augen seine Branche viel zu wenig, um davon überleben zu können.


Markus Kaiser auf der Theresienwiese im September 2020

„Noch nie habe ich die Theresienwiese so wahrgenommen“, erzählt Markus Kaiser und blickt auf Inline-Skater, die Spaziergänger- die Windsurfer. Wäre es nicht so existentiell, so könnte er es fast ein wenig genießen. Erstmals nach 22 Jahren schnauft er richtig durch und überdenkt sein Berufsleben. Läuft überhaupt alles so, wie er es sich vorstellt? Und doch sitzt ihm die Angst im Nacken- werden auch die Weihnachtsmärkte ausfallen? Für die Schausteller ist das ihr einziger Lichtblick in diesem Jahr.















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